Befruchtung

Damit nach dem Eisprung aus der reifen Eizelle ein Kind entstehen kann, muss die Eizelle natürlich befruchtet werden. Die weiblichen Keimzellen – die Eizellen – und männlichen Keimzellen – Spermien – verschmelzen miteinander; medizinisch wird dieser Vorgang auch Konzeption genannt. Durch diese Verschmelzung werden das Erbgut des Vaters und der Mutter neu kombiniert und ein neues, individuelles Leben kann heranwachsen.

So funktioniert die Befruchtung im weiblichen Körper

Voraussetzung für die Befruchtung der weiblichen Eizelle ist es, dass der männliche Samen in sie eindringen kann. Die befruchtungsfähige Eizelle tritt etwa am 15. Tag des Zykluses aus dem Leitfollikel heraus. Damit beginnen die fruchtbaren Tage der Frau, die zum Beispiel mit dem Eisprung-Rechner ermittelt werden können. Nun wandert die Eizelle in den oberen Bereich des Eileiters, ein Weg, der etwa zwölf bis 24 Stunden in Anspruch nimmt. Auf dieser Wanderung kann die Eizelle von männlichen Spermien befruchtet werden.

Beim Geschlechtsakt werden mit jedem Orgasmus etwa 150 Millionen Spermien freigesetzt, die sich durch den Gebärmutterhals auf den Weg zur Eizelle machen. Im Gebärmutterhals und der Gebärmutter sind die Spermien möglichst lange beweglich und überlebensfähig. So gelingt es einigen Spermien, bis zum Eileiter und bis zur Eizelle durchzudringen. Zur eigentlichen Befruchtung muss sich mindestens ein Spermium durch die äußere Hülle der Eizelle bohren. Anschließend befindet es sich in einem mit Flüssigkeit gefüllten Zwischenraum und muss zum Zellkern gelangen. Gelangt das Spermium in das Zellplasma des Zellkerns, ist die Befruchtung abgeschlossen.

Die künstliche Befruchtung als Alternative beim Ausbleiben der Schwangerschaft

Nicht immer gelingt die Befruchtung auf natürlichem Wege. Ein zu geringer Hormonspiegel der Frau oder eine zu geringe Spermienanzahl oder Beweglichkeit des Mannes kann dazu führen, dass der Kinderwunsch lange Zeit unerfüllt bleibt. Hormonelles Ungleichgewicht bei Frauen kann mit einer entsprechenden Therapie, etwa mit Clomifen, entgegengewirkt werden.

Einigen Paaren bleibt allerdings nur der Weg der künstlichen Befruchtung. Dazu sind zwei Wege möglich: Eizelle und Spermien werden entnommen und außerhalb des weiblichen Körpers im Reagenzglas zusammengebracht. Das Spermium wird direkt in die Eizelle eingebracht, die befruchteten Eizellen werden in die Gebärmutter der Frau eingesetzt – die In-Vitro-Fertilisation. Bei der Insemnation wird dagegen der Samen in den Genitaltrakt der Frau eingebracht, die Befruchtung erfolgt auf natürlichem Wege.

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