Clomifen

Manchmal ist der Kinderwunsch zwar groß, die Schwangerschaft bleibt allerdings aus. Wenn die Babyplanung mit dem Eisprungrechner und unter Berücksichtigung der fruchtbaren Tage nicht funktoniert, kann häufig ein hormonelles Ungleichgewicht die Ursache sein. Das Medikament Clomifen soll de Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern.

Das ist Clomifen

Clomifen ist kurz gesagt ein Arzneimittel, das bei Frauen mit Kinderwunsch den Eisprung auslöst. Aus ganz unterschiedlichen Gründen können bei einigen Frauen der Eisprung und die Regelblutung ausbleiben. Mediziner nennen diesen Zustand Anovulation – zu den häufigsten Ursachen gehören etwa starkes Untergewicht, starkes Übergewicht, hormonelle Störungen, Erkrankungen der Eierstöcke oder Hormonproduktionsstörungen in der Hirnanhangdrüse. Während der sogenannten Wechseljahre stellen die Eierstöcke ebenfalls ihre Funktion ein; dies ist ein natürlicher Vorgang, der auch durch die Gabe von Clomifen nicht aufgehoben werden kann.

Kommt es in jungen Jahren zur Anovulation, hat sich Clomifen als Therapie bewährt. Das Mittel wird in Tablettenform verabreicht und ist nicht schwieriger einzunehmen als die Anti-Baby-Pille – allerdings mit entgegengesetzter Wirkung.

So wirkt Clomifen

Die genauen Wirkprinzipien von Clomifen sind noch nicht vollständig bekannt. Das Ausbleiben der Regelblutung und des Eisprungs hängt in vielen Fällen mit einer nicht genügenden Hormonproduktion in der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, zusammen. Die heutige Forschung geht davon aus, dass sich Clomifen an die Stereoidrezeptoren am Hypothalamus bindet und vermindert, dass Estrogene oder Testosterone andocken können. Die Hirnanhangdrüse geht daraufhin von einem zu geringen Spiegel an Sexualhormonen aus und produziert vermehrt die für einen Eisprung notwendigen Hormone LH und FSH (Follikelstimulierendes Hormon).

Darüber hinaus soll Clomifen auch direkt im Gebärmutterhals, der Gebärmutterschleimhaut und an den Follikeln. Direkt in den reifenden Eizellen soll die Estrogensynthese stimuliert werden.

Die Behandlung mit Clomifen

Frauen, die mit Hilfe von Clomifen schwanger werden wollen, nehmen das Medikament zumeist zwischen dem fünften und dem neunten Zyklustag ein. Gelegentlich erfolgt die Behandlung auch von dritten bis zum siebten Zyklustag – kann aber auch individuell an den Zyklus der Patientin angepasst werden. Empfohlen werden von Medizinern nicht mehr als sechs Behandlungszyklen, da nach sechs Monaten der Therapie sich die Chance auf eine Schwangerschaft wieder reduziert.

Die Behandlung mit Clomifen kann auch Nebenwirkungen mit sich bringen. So setzen bei vielen Frauen die typischen Symptome der Wechseljahre ein, die von Stimmungsschwankungen über Hitzewallungen bis hin zu Sehstörungen reichen können. Zum Ende der Therapie geben sich auch diese Nebenwirkungen wieder. Clomifen kann zudem zur Zystenbildung an Eierstöcken und Gebärmutter führen; Mehrlingsschwangerschaften kommen nach der hormonellen Stimulation ebenfalls häufiger vor als ohne Therapie.

Neben der schwangerschaftsfördernden Wirkung bringt Clomifen auch Wirkungen mit sich, die wiederum die Chancen auf eine Schwangerschaft vermindern können. So lässt das Mittel etwa den Gebärmutterschleim zähflüssiger und undurchdringlicher für Spermien werden. Durch die vermehrte Produktion des Hormons LH kann zudem die Eizellqualität leiden.

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